NEWS | 9. Januar 2026

Das Ende des Petrodollars: Warum Rohstoffe jetzt die wahre Währung sind

Infografik zeigt eine Zeitachse von 2000 bis 2026 zu geopolitischen Eingriffen im Zusammenhang mit dem Petrodollar, von Irak und Libyen bis zur Eskalation in Venezuela.

Über einen Onlinebeitrag von Jan Leendert sind wir auf eine spannende Lesart der Hintergründe des US-Angriffs auf Venezuela gestoßen. Wir fanden diese Perspektive so interessant, dass wir sie im Folgenden aufgreifen, einordnen und zur Diskussion stellen wollen.

Die offiziellen Schlagzeilen überschlagen sich. Es geht um Drogen, um Terrorismus, um Demokratie. Doch wer am 3. Januar 2026 genau hinsieht, erkennt ein ganz anderes Muster hinter der US-Militäroperation in Venezuela. Es ist kein Kampf gegen Kartelle, sondern ein verzweifelter Verteidigungskampf um das Fundament der amerikanischen Weltmacht: den US-Dollar.
Seit über 50 Jahren garantiert der sogenannte Petrodollar den USA ein Privileg, das kein anderes Land besitzt. Sie können Geld drucken, während der Rest der Welt dafür arbeiten muss. Doch dieses System wankt. Wenn eine Weltmacht militärisch eingreifen muss, um die Nutzung ihrer Währung zu erzwingen, ist das kein Zeichen von Stärke – es ist ein Alarmzeichen für Investoren. Was bedeutet das für Ihr Vermögen? Die Antwort liegt nicht in Papiergeld, sondern im Boden.

Das unsichtbare Imperium wankt

Um die aktuelle Lage zu verstehen, müssen wir ins Jahr 1974 zurückblicken. Henry Kissinger schmiedete damals einen Deal mit Saudi-Arabien: Militärischer Schutz gegen das Versprechen, Öl ausschließlich in US-Dollar zu verkaufen. Das schuf eine künstliche, permanente Nachfrage nach dem Dollar. Jedes Land, das Energie importieren wollte, musste Dollarreserven halten.
Dieses System ermöglichte es Washington jahrzehntelang, enorme Defizite anzuhäufen, ohne die Konsequenzen zu spüren. Doch in den letzten Jahren bröckelt diese Mauer. Länder wie China, Russland und der Iran haben begonnen, den Dollar im Energiehandel aktiv zu umgehen. Venezuela, mit den größten Ölreserven der Welt, wollte diesem Club beitreten. Die Reaktion darauf sehen wir jetzt. Es ist die konsequente Fortsetzung einer historischen Linie, in der jeder Angriff auf den Dollar hart beantwortet wurde.

Chronik eines Währungskrieges

(Wie der Dollar verteidigt wurde – und warum es diesmal anders ist)

  • 2000 | Der erste Riss: Saddam Hussein will irakisches Öl nur noch gegen Euro verkaufen.
  • 2003 | Die Antwort: US-Invasion im Irak. Der Ölhandel kehrt zum Dollar zurück.
  • 2009 | Die Gold-Idee: Gaddafi plant einen goldgedeckten Dinar für Afrika.
  • 2011 | Das Ende: Intervention in Libyen. Gaddafi stürzt, der Gold-Plan verschwindet.
  • 2018 | Die Wende: Venezuela beginnt, Öl in Yuan und Rubel zu handeln.
  • 2022–2025 | Der Domino-Effekt: Russland und Iran nutzen Alternativen. Saudi-Arabien verhandelt über Yuan.
  • 2026 | Die Eskalation: Militärschlag in Venezuela. Der Versuch, das Unvermeidliche aufzuhalten.

Ein Zeichen der Schwäche

Die Intervention in Venezuela unterscheidet sich fundamental von den Ereignissen im Irak oder in Libyen. Damals waren die Herausforderer isoliert. Heute ist Venezuela Teil einer mächtigen Bewegung. Die BRICS-Staaten haben mit CIPS (China) und SPFS (Russland) bereits Alternativen zum westlichen SWIFT-System aufgebaut.
Wenn die USA militärische Gewalt anwenden müssen, um die Dominanz ihrer Währung zu sichern, ist dies ein ökonomisches Eingeständnis: Der Dollar ist aus eigener Kraft nicht mehr wettbewerbsfähig. Investoren und Zentralbanken im globalen Süden verstehen diese Botschaft. Sie werden ihre Abkehr vom Dollar nicht stoppen, sondern aus Selbstschutz beschleunigen. Das Vertrauen in ungedecktes Papiergeld (Fiat-Währung), das als politische Waffe eingesetzt wird, erodiert rasant.

Die Rückkehr zu echten Werten: Gold und die Unit

Wenn Papiergeld an Vertrauen verliert, fließt Kapital dorthin, wo Werte nicht gedruckt, sondern geschürft werden. Rohstoffe gewinnen erneut an Bedeutung als monetäre Anker.
Im Umfeld der BRICS-Staaten wird deshalb intensiv an Abrechnungsmodellen gearbeitet, die nicht ausschließlich auf Schulden basieren, sondern reale Wirtschaftsgüter einbeziehen. Ein viel diskutiertes Beispiel ist die sogenannte Unit – keine klassische Währung, sondern eine rohstoffnahe Settlement-Einheit für den internationalen Handel.
In Pilot- und Konzeptmodellen ist vorgesehen, die Unit:

  • zu rund 40 % mit Gold zu unterlegen
  • und im Übrigen über einen Korb der beteiligten Landeswährungen abzusichern

Ziel solcher Konstruktionen ist es, eine Alternative zum US-Dollar zu schaffen, die weniger anfällig für Inflation, politische Einflussnahme und Sanktionsrisiken ist.

Fazit: Sicherheit liegt im Rohstoff

Die Ereignisse in Venezuela sind mehr als nur geopolitische Nachrichten. Sie sind ein Indikator für einen globalen finanziellen Paradigmenwechsel. Der Hegemon kämpft, aber die Ära des reinen Fiat-Geldes neigt sich dem Ende zu.
Für Anleger bedeutet das: Sicherheit findet man künftig nicht mehr in Staatsanleihen verschuldeter Hegemonialmächte. Sicherheit bieten Sachwerte. Gold, Silber und strategische Rohstoffe sind die Gewinner dieser Neuordnung. Währungen wie die Unit zeigen den Weg in eine Zukunft, in der Geld wieder einen inneren Wert hat. Wer sein Vermögen schützen will, sollte nicht darauf warten, bis der Dollar endgültig fällt, sondern jetzt handeln.

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