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TECHNOLOGIE | 02.10.2026

Hidden Champion #9 – DeepDrive GmbH

Explosionsdarstellung eines Doppelrotor-Elektromotors mit sichtbaren Kupferwicklungen.

Unternehmen: DeepDrive GmbH
Standort: München, Deutschland
Gründung: 2021
Technologie: Patentierter Doppelrotor-Radialflussmotor mit integriertem Siliziumcarbid-Inverter
Anwendungsbereich: Elektroautos – als Zentralantrieb oder Radnabenantrieb
Besonderheit: Hohe Leistungsdichte bei deutlich geringerem Materialeinsatz; laut DeepDrive bei vergleichbarer Leistung 30 % weniger Magnetmaterial, 50 % weniger Kupfer und 70 % weniger Elektroblech
Schlüsselrohstoffe: Neodym und Praseodym für die Permanentmagnete, Kupfer, Elektroblech, Siliziumcarbid; keine schweren Seltenen Erden wie Dysprosium und Terbium

Ein leichterer Motor statt einer größeren Batterie

Um Probleme zu lösen, muss man zuerst die richtigen Fragen stellen. DeepDrive fragt nicht, wie die Batterie größer werden kann, sondern wie der Motor effizienter wird.

Reichweite, Gewicht und Preis sind bei Elektroautos eng miteinander verbunden. Wer weiter fahren will, baut meist eine größere Batterie ein. Das kostet Geld, erhöht das Gewicht und bindet mehr Rohstoffe.

DeepDrive aus München setzt deshalb beim Antrieb an. Das 2021 gegründete Unternehmen entwickelt Elektroantriebe, die als Zentralantrieb oder direkt in der Radnabe eingesetzt werden können. Ihr Ziel: E-Autos sollen mit derselben Batterie weiter fahren oder bei gleicher Reichweite mit einer kleineren Batterie auskommen.

Im Kern steckt ein patentierter Doppelrotor-Motor. Anders als bei herkömmlichen Antrieben arbeitet der Stator gleichzeitig mit einem inneren und einem äußeren Rotor. So lässt sich das Magnetfeld besser nutzen. DeepDrive will damit Leistung, Gewicht, Bauraum und Energieverluste gleichzeitig verbessern – ein Anspruch, an dem sich die meisten neuen Antriebskonzepte messen lassen müssen.

Auch bei den Rohstoffen setzt die Konstruktion an. Nach Angaben von DeepDrive benötigt der Motor bei vergleichbarer Leistung 30 Prozent weniger Magnetmaterial, 50 Prozent weniger Kupfer und 70 Prozent weniger Elektroblech als ein konventioneller Permanentmagnetmotor. Die Magnete kommen zudem ohne die schweren Seltenen Erden Dysprosium und Terbium aus. Das bedeutet nicht, dass Seltene Erden im Antrieb keine Rolle mehr spielen. Aber sie werden gezielter eingesetzt.

Fortschritte bei Batterien bringen Elektroautos immer weiter. Doch auch im Antrieb liegt viel Potenzial: Ein effizienterer Motor kann aus jeder Kilowattstunde mehr Reichweite herausholen. Genau deshalb ist DeepDrive unser Hidden Champion der Woche.

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