Auch politisch war der März aufgeladen. In den USA verhandelte Trump mit Putin über einen gemeinsamen Rohstoffabbau auf ukrainischem Boden – ein diplomatischer Dammbruch. Die EU hingegen bleibt bei der Rohstoffsicherung im Schatten. China hält bei Schlüsselrohstoffen wie Gallium und Dysprosiumoxid weiterhin über 90 % der Produktion, was Europas Abhängigkeit dramatisch sichtbar macht.
Rohstoffpolitik: Während Trump erpresst, bleibt Europa zögerlich
Germanium wird knapp – und die Politik schaut zu
Besonders deutlich wird das am Beispiel Germanium: Die seit 2023 geltenden Exportkontrollen zeigen Wirkung, die Ware wird rar. Neue Quellen außerhalb Chinas zu erschließen, sollte höchste Priorität haben – nicht nur für uns Händler, sondern für jede zukunftsfähige Industriepolitik.
Buchpremiere: „Das Kokain der Industrie“ trifft den Nerv der Zeit
Ein Lichtblick: Die Buchpremiere von „Das Kokain der Industrie“ im Deutschen Technikmuseum war ein voller Erfolg. Vor einem Publikum aus Investoren, Analysten und Journalisten wurde deutlich: Technologiemetalle und Seltene Erden sind der geopolitische Hebel der Zukunft. Das Buch ist inzwischen im Handel erhältlich – wie zahlreiche Bilder aus Thalia und Hugendubel beweisen.
150 Milliarden für die Verteidigung – aber keine Rohstoffstrategie?
Zum Monatsende überraschte Friedrich Merz mit einem gebrochenen Wahlversprechen: Trotz Schuldenbremse will der künftige Kanzler ein Sondervermögen von 150 Milliarden Euro mobilisieren. Doch Geld allein reicht nicht. Verteidigung braucht Rohstoffe. Und Rohstoffe brauchen funktionierende Lieferketten.
Ausblick April: Taiwan unter Druck, Ukraine unter Beobachtung
Expertenmeinung des Rohstoffspezialisten Andreas Kroll:
„Die geopolitische Lage spitzt sich weiter zu – vor allem rund um Taiwan und die Ukraine. Zwar stellen sich die USA offiziell hinter Taiwan, doch China lässt sich davon nicht beeindrucken. Die Militärmanöver vor der Insel sind ein klares Signal: Die Zukunft Taiwans bleibt offen.
Gleichzeitig zeigt das Verhalten der US-Regierung gegenüber der Ukraine, dass strategische Interessen oft mehr zählen als Bündnistreue. Wenn Washington ernsthaft mit Russland über eine gemeinsame Rohstoffförderung auf ukrainischem Boden verhandelt, dann ist klar: Auf außenpolitische Konstanten ist kaum noch Verlass.
Europa muss jetzt handeln – geopolitisch wie wirtschaftlich. Und das heißt auch: sich unabhängiger machen bei der Versorgung mit kritischen Rohstoffen. Germanium ist da nur das erste Warnsignal. Wer noch liefern kann, liefert vielleicht bald nicht mehr.“