NEWS | 25. März 2025

Nur Rohstoffe versprechen Sicherheit – Fehlt Europa der Mut für Investitionen?

„Keine Aufrüstung ohne Rohstoffe“ titelte kürzlich die Züricher Zeitung. Auch wenn die meisten Menschen nicht für Krieg sind, vermittelt vollkommene Wehrlosigkeit bei eskalierenden geopolitischen Konflikten kein gutes Gefühl. Sicher, mit 500 Milliarden Euro könnte man jede Menge Panzer, Drohnen und Chips, um diese zu lenken, kaufen. Doch was, wenn das Angebot einfach nicht da ist?

Deutschlands Geldsegen – Aber wo sind die Rohstoffe?

Friedrich Merz’ Sondervermögen von 500 Milliarden Euro umfasst sowohl Infrastruktur als auch Verteidigung. Von Rohstoffen oder ihrer Beschaffung ist jedoch keine Rede. Doch mit Geld allein kann man keine Gewehre laden. Das weiß auch die EU, die im März 2023 den Critical Raw Materials Act (CRMA) einführte. Dieser soll die europäische Versorgung mit kritischen Rohstoffen stärken und die Abhängigkeit von China und anderen Drittstaaten verringern.

Im Rahmen dieser Strategie hat die Europäische Investitionsbank (EIB) am 21. März 2025 eine Initiative gestartet, mit der 2 Milliarden Euro für Rohstoffprojekte bereitgestellt werden sollen. Dazu kommt der Rohstofffonds von Robert Habeck, der über die KfW-Bank weitere 1 Milliarde Euro zur Verfügung stellt. Zwei kleine Schritte in die richtige Richtung – aber bei weitem nicht genug.

2 % statt Milliardeninvestitionen – Europas Investitionslücke

Bei der Premiere ihres Buches „Das Kokain der Industrie“ brachten es die Autoren Andreas Kroll und Andreas Pietsch auf den Punkt: „Ein Blankoscheck für die Rüstungsindustrie geht nicht ohne einen Blankoscheck für Rohstoffe.“ Doch hier reden wir nicht von 1 bis 3 Milliarden Euro, sondern von mindestens 100 Milliarden Euro, wenn Europa mit den USA und China mithalten will.

Warum diese Zahl? Weil Europa gerade einmal 2 % der weltweiten Rohstoffinvestitionen stemmt. Wir haben viel aufzuholen. Und das wird umso dringlicher, wenn man bedenkt, dass immer noch 98 % des raffinierten Galliums und eine ähnliche Prozentzahl an Raffinadeprodukten Seltener Erden wie Dysprosiumoxid und -Metall aus China stammen.

Europas Rohstoffstrategie: Fehlende Konsequenz

Während Deutschland seit Jahrzehnten keine Bergbauerkundungsgesellschaft mehr hat, nutzen andere Länder ihre Ressourcen strategisch: Russland setzt Rohstoffe als geopolitische Waffen ein, kontrolliert Gebiete in der Ukraine mit bedeutenden Rohstoffvorkommen und handelt mit den USA. Diese wiederum priorisieren ihre Rohstoffsicherheit – mit oder ohne Europa.

Die EU hat zwar den Critical Raw Materials Act, die Europäische Rohstoffallianz (ERMA) und nationale Initiativen wie den deutschen Rohstofffonds ins Leben gerufen, doch all das bleibt oft Stückwerk. Was fehlt, ist ein entschlossener, koordinierter Ansatz mit ernstzunehmenden Investitionen.

Neue Rohstoffquellen erschließen – Diversifizierung als Schlüssel zur Unabhängigkeit

„Was es braucht, ist Mut!“ – auch dieser Satz von Andreas Kroll und Andreas Pietsch weist in die richtige Richtung. In Richtung neuer Rohstoffquellen wie der von uns begleiteten Monazit-Mine in Steenkampskraal, Südafrika. Die dort gewonnenen Seltenen Erden könnten zu einem entscheidenden Baustein werden, um Europa aus seiner Rohstoff-Ohnmacht zu befreien.

Europas Stärke liegt nicht nur im Geld, sondern in der Bereitschaft, es gezielt und klug zu investieren. Ohne Rohstoffe wird keine Aufrüstung und keine Energiewende gelingen. Die Frage ist: Haben wir den Mut, jetzt zu handeln?

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