Flug in Richtung Souveränität: Die Noble Night 2026 über den Dächern Westberlins

Am 9. Oktober 2026 kamen rund 120 Gäste aus Diplomatie, Politik, Industrie und Presse zur zweiten Noble Night in der Berliner Pan Am Lounge zusammen. Über den Dächern Westberlins ging es um eine wichtige Frage für Europas Zukunft: Wie gewinnen wir mehr Souveränität in unserer Rohstoffversorgung?
Ein Ort, der vom Aufbruch erzählt
Die Pan Am Lounge in Berlin verbindet den Zeitgeist einer Ära des Aufbruchs mit den Fragen der Gegenwart. In ihrem historischen Ambiente bleibt die Zeit lebendig, als hier Flugbesatzungen, Politiker und Persönlichkeiten aus Gesellschaft und Kultur zusammenkamen und internationale Verbindungen pflegten. Nach dem Ende von Pan Am 1991 fiel die Lounge in einen langen Dornröschenschlaf, bis sie 2005 wieder zum Leben erwachte. Zur Noble Night wurde diese Geschichte zum Sinnbild für eine Aufgabe unserer Zeit: Auch Deutschland und Europa müssen bei ihrer Rohstoffversorgung aufwachen und die lange Gewissheit hinter sich lassen, jederzeit alles auf dem Weltmarkt kaufen zu können.
Unser Erfolg ist ein Spiegel der Krise
Andreas Pietsch begrüßte die Gäste und machte bereits Appetit auf das Buffet. Doch bevor es so weit war, wurde es mit Andreas Krolls Rede noch einmal ernst. Er sprach offen aus, was den Aufstieg von Noble Elements begleitet: Seit China die Rohstofflieferketten unter Druck setzt, wächst die Bedeutung verlässlicher Alternativen. Der Erfolg des Unternehmens ist damit auch ein Spiegel der Krise, in der sich Europa befindet.
Zu lange haben wir darauf vertraut, die benötigten Metalle jederzeit auf dem Weltmarkt kaufen zu können. Heute entscheidet ihr Zugang mit darüber, wo Supercomputer entstehen, Roboter gebaut werden und neue Technologien ihren Anfang nehmen. Wer bei den Rohstoffen abhängig bleibt, verliert auch Spielraum bei der Gestaltung seiner Zukunft. Krolls Botschaft: Unser Tempo wird über unsere Freiheit entscheiden.
Europa muss seine Möglichkeiten nutzen
Wie aktuell diese Forderung ist, zeigte eine Nachricht vom selben Tag: Die Europäische Kommission wählte 46 weitere strategische Rohstoffprojekte in 16 Mitgliedstaaten aus, darunter acht in Deutschland. Sie reichen von der Lithiumgewinnung bis zum Recycling von Batterien und Permanentmagneten.
Doch die Anerkennung allein liefert noch keine Metalle. Von den Projekten der ersten Auswahlrunde hatten nach Angaben der Kommission 25 ihre Umweltverträglichkeitsprüfung abgeschlossen und 17 eine Baugenehmigung erhalten. Aus Vorhaben müssen Anlagen werden, aus politischen Absichten verlässliche Versorgung.
Dazu passt Krolls Forderung nach einem europäischen Verteidigungsministerium. Dessen erste Aufgabe sah er darin, die materielle Grundlage europäischer Handlungsfähigkeit zu sichern: Rohstoffe. Die neuen Projekte zeigen, wie aktuell diese Forderung ist. Entscheidend bleibt, wie schnell daraus verlässliche Versorgung wird.
Starke Partner für mehr Souveränität
Wie solche Partnerschaften entstehen können, zeigte der Abend im direkten Austausch. Gäste aus Diplomatie, Politik und Industrie, darunter Vertreter aus Brasilien und Mexiko, kamen miteinander ins Gespräch, lernten neue Ansprechpartner kennen und knüpften Kontakte. Dabei ging es um eine gemeinsame Aufgabe: verlässliche Rohstofflieferketten aufzubauen und die Abhängigkeit von einzelnen Lieferländern zu verringern. Die Noble Night bot Raum, um mögliche Kooperationen auszuloten und Gespräche anzustoßen, die über den Abend hinaus weitergehen können.
Ein Abend mit überraschenden Stimmen
Bei aller Ernsthaftigkeit sorgte der Abend auch für musikalische Überraschungen. Unser singender Buchhalter Alexis Nowor zeigte, dass sein Können weit über Zahlen hinausgeht. Opernsängerin Bettina Jensen erhob sich scheinbar zufällig aus dem Publikum und verwandelte die Lounge unvermittelt in eine Bühne.
Gemeinsam können wir etwas bewegen
Die Noble Night hat Menschen zusammengebracht, die sich nicht mit dem Status quo zufriedengeben. Sie denken weiter, übernehmen Verantwortung und wollen Veränderung aktiv gestalten. An sie richtete sich auch der Schlussgedanke aus Andreas Krolls Rede: Entscheidend sind die Menschen, die uns auf unserem Weg begleiten.
Rohstoffsouveränität entsteht nicht im Alleingang. Sie wächst dort, wo aus Begegnungen Vertrauen und aus Gesprächen gemeinsame Vorhaben werden.
Wir danken allen Gästen herzlich für diesen besonderen Abend: für den offenen Austausch, die wertvollen Impulse und das Engagement, das an jedem Tisch spürbar war. Gerne setzen wir die begonnenen Gespräche fort und gehen die nächsten Schritte gemeinsam mit Ihnen.
Die Zukunft in unseren Händen.